KEP: Post/Paket-, Express- und Kurierdienste im Überblick

Die privaten Kurierdienste, Expressversender und Post- beziehungsweise Paketdienstleister, kurz KEP, übernehmen seit der Liberalisierung des Postmarktes verschiedene Aufgaben bei Logistik- und Postdienstdienstleistungen. Zuvor hatten das Briefmonopol der Deutschen Post sowie die starke Konzentration der Paketdienstleister auf einige wenige Anbieter den Markt bestimmt. Nun dringen die kleineren Postdienstleister nach oben. Um am großen Markt zu bestehen, sind auf Grund des immer größer werdenden Sendungsaufkommens, Differenzierung und Flexibilität besonders wichtig. Mit der Logistiklösung hybriLOG werden die unterschiedlichsten Leistungen digital verarbeitet, datentechnisch vereinheitlicht und verlustfrei übertragen. Diese Vorteile ermöglichen auch die schnelle Integration neuer Produkte in das Leistungsportfolio der jeweiligen KEP-Dienstleister.

KEP

KEP-Unternehmen: Probleme & Chancen

Die "kleinen" Postdienstleister stehen in der Logistik-Branche akuten Problemen gegenüber. Neben fehlender Bekanntheit und finanziellen Einschränkungen müssen sich die KEP-Unternehmen mit folgenden Schwierigkeiten auseinandersetzen:

  • Ausbaufähige Infrastruktur - die geringe oder gar teils fehlende Ausstattung führt zu einer nicht unerheblichen Abhängigkeit von den marktführenden Postdienstleistern.
  • Konzentration auf einen Carrier - was mögliche Potentiale ungenutzt lässt und die Flexibilität stark einschränkt.
  • Gering ausgeprägte Onlinevermarktung - verhindert neue Geschäftsabläufe und weitere Kooperationen.

Dieser Nachholebedarf muss aber vielmehr als Chance für eine positive Zukunft gesehen werden. Durch strategisch durchdachte sowie optimierte Projekte und Lösungen können ungeahnte Produktmöglichkeiten entstehen. So beispielsweise:

  • Spezialisierung der individuellen Serviceleistungen, etwa Versicherungen des Versands, kundenindividuelle Brief- und Paketmarken etc.
  • Generierung neuer wirtschaftlicher Produkte, wie z.b. abgestufte Einschreibeformate, Werbeprintmails oder CO2-reduzierte Sendungen.
  • Optimierung der internen Postprozesse und des Workflows im KEP-Unternehmen auf Basis der Logistiksoftware hybriLOG mit dessen umfangreichen Funktionsportfolios.

Gerade bei der Optimierung von Prozessen bieten sich lukrative Chancen, um Kosten zu reduzieren und am Postmarkt Erfolg zu haben. Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der letzten Meile. So tragen beispielsweise Routenoptimierung, Kalkukaltion der Einsatzfahrzeuge und Telematikanbindungen zur erheblichen Kostensenkung bei. Eine automatisierte Datenerfassung ermöglicht eine dynamische Optimierung aller Prozesse.

Entwicklung des Post- & Paketmarktes

Der Post- und Paketmarkt befindet sich gerade in einer Phase des Umbruchs. Während die Zahl der Briefe, vor allem bedingt durch die komfortable und schnellere E-Mail, immer mehr abnimmt, steigt das Aufkommen von Pakete, Päckchen und Warensendungen. Aufgrund der zunehmenden Nutzung von Onlineshops und webbasierten Verkaufsplattformen ist ein rasantes Wachstum des Paketmarktes zu beobachten. Kurz gesagt, in Deutschland werden immer mehr Pakete und Päckchen transportiert.

KEP-Marktsegment im Überblick

Der Marktanteil, den die privaten Postdienstleister abdecken, hat eine rasante Entwicklung hinter sich. Das Sendungsvolumen sowie der Umsatz des KEP-Marktes in Deutschland ist in den letzten 15 Jahrem um knapp 75 Prozent - also um ein 3/4 - angestiegen! Ausschlaggebend für diesen positiven Trend sind vor allem die Paketdienstleister. Der Paketversand besaß im Jahr 2015 einen Anteil von über 80 Prozent des gesamten Bereichs der Postdienstleistungen, die Briefmenge ist dahingegend stark rückläufig.

Sendungsvolumen am KEP-Paket-Markt

in Mio. Sendungen

(Datenquelle: Statista)

Umsatz am KEP-Paket-Markt

in Mio. Euro

(Datenquelle: Statista)

Die Paketdienstleistungen lassen sich weiter unterteilen in B2C (Business to Costumer), B2B (Business to Business) und C2C (Costumer to Custumer). Über die Hälfte aller Pakete und Päckchen werden B2C verschickt - Tendenz steigend. Im Bereich B2B ist die Anzahl der versendeten Pakete in den letzten 6 Jahren stark gesunken. Schlusslicht stellt jedoch die Gruppe C2C mit unter 10 Prozent der gesamt transportierten Paketdienstleistungen dar.

Paketmarkt: Marktsegmente in Deutschland (in %)

2009

2016

(Datenquelle: BIEK KEP Studie 2016)

KEP und Zustelllogistik boomen

Das Wachsen des KEP-Marktes ist zum Großteil durch die zunehmende Zustelllogistik und den steigenden E-Commerce begründet. Waren es, laut einer Studie der DHL Parcel Europe, 2012 noch 12 Pakete pro Kopf im Jahr, rechnen Experten mit einer Verdopplung der Paketdienste im Jahr 2018. Dabei führt Deutschland im europaweiten Vergleich - mit großem Abstand - die Liste an. Lediglich in Großbritannien und der Schweiz wurden im Jahr 2012 mehr als 5 Pakete pro Kopf versendet. Als Wachstumstreiber für den steigenden E-Commerce sind vor allem die Weiterentwicklung von Empfängerservices, neue Produktgruppen (z.B. Lebensmittel und Möbel) und die Möglichkeit von grenzüberschreitenden Versendungen zu nennen. Insbesondere der letzte Aspekt gewinnt aufgrund den Regelungen in der europäischen Union immer mehr an Bedeutung. Eine Vervielfachung des E-Commerce in diesem Gebiet wird erwartet.

Der Umsatz im E-Commerce in Deutschland ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Im Jahr 2015 betrug dieser knapp 40 Milliarden Euro. Den größten Anteil haben dabei Bekleidungen und Bücher. Jede fünfte Sendung beinhaltet eine dieser Produktgruppen. Weiterhin sind Bild- und Tonträger sowie Elektroartikel gefragte Produkte, die online gehandelt und versendet werden. Aber auch zwischen Unternehmen, B2B, finden immer mehr Austauschprozesse statt. Am häufigsten werden dabei Büromaterialien, wie beispielsweise Druckerpapier, versendet.

Weiterhin leistet auch die steigende Zustelllogistik einen großen Beitrag zum rasanten Wachstum des KEP-Marktes. Auf Grund von zunehmenden Kundenanforderungen mit Retourensendungen und Neubestellungen steigen die Streckenabschnitte der Zustelllogistik und somit der Anteil der KEP-Dienste.

 

E-Commerce-Umsatz (B2C) in Deutschland

Umsatz in Mrd. €

(Datenquelle: Statista)

Zukunft der Postdienstleister

Der positive Trend am KEP-Markt darf jedoch nicht den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft versperren, sondern ermutigen diesen mit innovativen und kreativen Ideen entgegenzustehen.

Logistik im Zeitalter der Digitalisierung

Eine aktuelle Herausforderung der Branche ist die Entwicklung „Logistik 4.0“. Diese neue Form der Logistik zeichnet sich durch Digitalisierung und Datensammlung aus, wobei eine Gefährdung der Datensicherheit und Privatsphäre ausgeschlossen werden muss. Die Automatisierung der Postprozesse muss vorangetrieben werden. An diesem Punkt setzt die Logistik-Software hybriLOG an. Zur Automatisierung der Prozesse tragen weiterhin Verkehrstelematiksysteme (wie beispielsweise automatisches Verkehsmanagement, aktuelle Verkehrsinformationen und Konzepte zum Sprit-sparen) bei. Mit Hilfe diesen Systemen kann der Verkehrsfluss optimiert und somit eine schnelle und effiziente Lieferung von Sendungen - ohne lästiges Warten im Stau - bewirkt werden.

Nachhaltige Logistik

Als ein weiteres zentrales Thema für die Postdienstleister der Zukunft zählt die Nachhaltigkeit. Laut der Brundtland-Definition, wird >>Nachhaltigkeit als eine Entwicklung gesehen, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können.<< Nachhaltigkeit wird in der Postlogistik, neben Kosten und Geschwindigkeit, zu einem wichtigen Kaufkriterium werden. Bereits jetzt ist ein Trend in Richtung Nachhaltigkeit zu erkennen. Laut Statista sehen über die Hälfte aller Personen das Thema Klimaschutz als Beeinflussung für ihr Konsumverhalten an. Lösungsansätze für eine nachhaltige Logistik müssen demnach Gegenstand der Zukunft sein! Dazu gehören neben

  • alternativen Antrieben für Postfahrzeuge auch
  • effektives Routenmanagement,
  • optimierte Bündelung der Sendungen für die Erzielung einer Kapazitätsauslastung,
  • regionale Beschaffung,
  • nachhaltige Verpackungslösungen und ein
  • effizienter Transportmix, beispielsweise mit Lastenfahrräder für den letzten Abschnitt der Transportkette

auch die Integration der Kommunikation mit den Kunden (Absender, Empfänger). Die Logistik-Software hybriLOG arbeit an all diesen Punkten und hat bereits einige umgesetzt - weitere werden noch integriert. Überzeugen auch Sie Ihre Kunden mit modernen und nachhaltigen Dienstleistungen!

Steigende Kunden-Erwartungen an Postdienstleister

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eine Veränderung der Kundenstruktur des KEP-Marktes. Waren es anfangs hauptsächlich Geschäftskunden, so ist auf Grund des steigenden Onlinehandels ein deutlicher Zuwachs an Privatkunden zu verzeichnen. Dies eröffnet neue Fragestellungen bei der Zustellung von Sendungen für Privatpersonen, die nicht anzutreffen sind: Wo kann die Sendung abgegeben werden? Wie werden die Sendungen in der Zwischenzeit aufbewahrt? Um diese Fragen zu beantworten gibt es verschiedene Ansätze:

  • eine günstige und schnelle Lieferung (z.B. Same-Day-Delivery),
  • Sendungszustellung an den Wunschort (nach Hause, Arbeitsplatz, Freunde, Packstationen etc.) oder
  • ein Abholservice zur Wunschzeit

Flächendeckende Postdienstleistungen

Um flächendeckende Posdienstleistungen zu gewährleisten, muss bei der Zustellung zwischen städtischen und ländlichen Raum unterschieden werden. Verschiedene Ansätze bei der Zustellung in den verschiedenen Siedlungsstrukturen sind sinnvoll.

Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass immer mehr Menschen aus den ländlichen in die städtischen Regionen umsiedeln. Die Folgen der Urbanisierung sind unter anderem Staus, Umweltverschmutzungen sowie Lärm- und Sichtbelästigungen. Um die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung zu minimieren, wird eine gut funktionierende Citylogistik mit neuen Konzepten notwendig! Einige Konzepte, wie beispielsweise die Nutzung von Fernbuslinien oder Überlandbussen als Transportmittel für kleinere Paketzustellungen, sind bereits im Test. Ein weiteres Konzept ist der sogenannte „Bring Buddy“ – ein Konzept bei dem „normale“ Personen sich mobile Kommunikationsmittel und soziale Medien zu Nutze machen, um einen Teil der Logistikkette bei der Zustellung zu übernehmen. Ferner müssen die Paketdienstleister Maßnahmen zur Optimierung, wie beispielsweise eine Zustellung außerhalb der Rush-Hour-Zeiten, Regulierung der Retouren oder alternative Fahrzeuge für Kurzstrecken, treffen.

Neben dem städtischen Raum ist bei der flächendeckenden Zustellung der ländliche Raum zu beachten. Dieses Marktsegment stellt für KEP-Unternehmen eine gute Chance dar bessere Dienstleistungen und individuellen Service als die Deutsche Post anzubieten und somit Kunden zu gewinnen. Das Übernehmen der letzten Meile der Sendungszustellung durch regionale Dienstleister führt zu einer flächendeckenden Postzustellung auf konstant hohem Serviceniveau!

Neue Zustellungsmodelle

Zukunftsvision Vision Van
Zukunftsvision Vision Van (Quelle: http://auto-service.de)

Angesichts der vielen verschiedenen Herausforderungen, dem rasanten Wachsen des Paketmarktes und den hohen Kosten auf der letzten Meile, werden in Zukunft neue Zustellungskonzepte notwendig. Künftig denkbare Modelle wären beispielsweise die Paketauslieferung per (teil)autonome Fahrzeuge, Roboter oder Drohnen. Letztgenanntes wird aktuell von der Stuttgarter Daimler AG in einer Zukunftsinitiative in Erwägung gezogen. Die Idee des Fahrzeugherstellers ist ein intelligent und digital vernetztes Logistiksystem. Der dafür entwickelte Lieferwagen "Vision Van" soll zwei Drohnenlandeplätze auf dem Dach integrieren.  Dafür wurde durch den kalifornischen Copter-Hersteller Matternet, speziell für die Paketzustellung, ein Quadcopter entworfen. Dieser kann zwei Kilogramm schwere Pakete transportieren und sorgt für eine sichere Übergabe der jeweiligen Sendung an den Empfänger. Gleichzeitig erfolgt - traditionell - die Zustellung per Postbote.

Typische Produkte eines privaten Postdienstleisters

Produkt Eigenschaften
Postkarte Länge 235 mm, Breite 125 mm, Gewicht bis 15 g
Standardbrief Länge 235 mm, Breite 125 mm, Höhe 5 mm, Gewicht bis 20 g
Kompaktbrief Länge 235 mm, Breite 125 mm, Höhe 10 mm, Gewicht bis 50 g
Großbrief Länge 353 mm, Breite 250 mm, Höhe 20 mm, Gewicht bis 500 g
Maxibrief Länge 353 mm, Breite 250 mm, Höhe 50 mm, Gewicht bis 1.000 g
Pakete Unterschiedliche Größen / Gewichte, Versichert bis bestimmten Betrag
Einschreiben Einwurf Einfache Bestätigung bei Zustellung (Einwurf in den Briefkasten)
Einschreiben Eigenhändig Zustellung nur an den Empfänger persönlich bzw. an eine bevollmächtigte Person
Einschreiben Übergabe mit Rückschein Handschriftliche Bestätigung des Empfängers bei der Zustellung
Infopost (Standard, Kompakt, Groß, Maxi) Mindestmenge an Standard-, Kompakt-, Groß- bzw. Maxibrief
Nachweispflichtige Sendung Sendung, die einen Zustellstatus bedarf (z.B. jegliche Einschreiben, Pakete etc.)

Mit hybriLOG haben Sie als Postdienstleister die Möglichkeit, zusätzlich zu den standardmäßigen Postprodukten, Ihr individuelles / regionales Postprodukt zu gestalten - ein innovatives Produkt passend zu den Bedürfnissen Ihrer Kunden! Durch die Entwicklung regionaler Produkte können Sie den Kundennutzen steigern und zusätzliche Marktanteile gewinnen.


Interessante Links zum Thema Postdienstleister

  • Portal der Postbranche
    Aktuelle News "rund um Brief, Paket, E-Mail & Co", Branchenverzeichnis und Termine zu interessanten Veranstaltungen/Events in der Postbranche