Weihnachts-Paketflut als Antrieb für Evolution der Paketdienste

München,,

„Nach Weihnachten ist vor Weihnachten!“ – frei nach Sepp Herberger dürfte sich auch die Paketlogistik-Branche schon jetzt fit machen für DIE Premiumzeit des Jahres 2018. Die Zahl der Onlinebestellungen ist vor dem vergangenen Weihnachtsfest im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Über 3 Milliarden Sendungen wurden in den Wochen vor dem Heiligen Abend versandt und zugestellt. Die großen Paketdienste der Republik, DHL, DPD, Hermes, GLS und UPS, reagierten schon im Vorfeld auf diese Paketflut mit der Einstellung von vielen Saisonarbeitskräften, dem Einsatz von Verwaltungspersonal in den Paketzentren und zusätzlichen Aufträgen für das große Netz von Kleinkurieren und Dienstleistern.

Problemfrei abgewickelt? Eher nicht!

Die in den Foren verbreitete Ansicht, dass alles gut gegangen sei beim „Weihnachtspaket-Wahnsinn“ muss zumindest hinterfragt werden. Die Presseabteilungen von DHL, Hermes und DPD werden nicht müde, Zustellquoten von 97 bis 99 Prozent zu kolportieren. Das würde bedeuten, bei 100 Paketen würde nur bei 1 bis 3 Sendungen ein Problem auftreten. Nach einer nicht repräsentativen Umfrage innerhalb unseres Unternehmens ergaben sich da ganz andere Quoten. Interessanterweise ist dabei die DHL das am Seltensten gescholtene Logistikunternehmen. Wie die FAZ in einem interessanten Artikel darlegt, hat sich nicht nur die Zahl der transportierten Pakete sondern auch die der Beschwerden über ausbleibende Sendungen, schlechten Zustellservice oder Beschädigungen erhöht, und zwar um mehr als den relativen Anstieg der Sendungsmenge

Weihnachten auf Post-„Logistisch“

  • 3 Milliarden Paketsendungen
  • Spitzentag-Leistung: 15 Millionen Paketsendungen
  • Marktanteil DHL 66 Prozent
  • DHL mit 60.000 Zustellern unterwegs

Entwicklungen & Potentiale in der Paketbranche

Aber den Finger in die Wunde zu stecken, hilft an dieser Stelle überhaupt nicht weiter, weder den betroffenen Unternehmen, noch anderen Logistikern, Händlern oder Endkunden. Viel eher müsste die Frage beantwortet werden, woran liegt es, dass die einen Postdienstleister gut durch die „Rush-Hour“ kommen und andere eher schlechter. Neben verschiedenen, differenten Eckdaten des Marktes ist wohl der Hauptgrund für ein gutes Handling von Spitzenauslastungen in der komplett digitalen Vernetzung jeder einzelnen, die Auslieferungskette betreffenden Komponente zu suchen, inklusive einer übergreifenden Controlling- und Matching-Instanz.

Wichtige Weichen sind bei den großen Fünf der Branche dabei schon gestellt. Servicepoints und Annahmestellen mit umfassender Systemeinbindung werden Normalität. Die Sortierzentren arbeiten mit extrem hohen Digitalisierungsraten, automatic-storage-Systeme im Depotbereich sind vor der Einführung – der Bereich des Sendungseinganges wird immer besser erfasst. Große Potentiale gibt es hingegen bei der Sendungserstellung und der Zustellung. Hier sind praktisch alle Marktteilnehmer noch weit entfernt von einer guten, kundenorientierten Lösung.

Baustellen für 2018

  • Verbesserte Anbindung der e-Commerce-Systeme an die Postlogistik
  • Schaffung von Rückkanälen für Sendungs- und Retourenmanagement
  • Verringerung der Auslieferungsfahrten bei bestmöglicher Auslastung
  • Steigerung der Raten der umweltschonenden Zustellung
  • Stringenz in der (digitalen) Darstellung der eigenen Leistung
  • Geschäftskundenzentrierte Erweiterung von Serviceangeboten

Ein spannendes Jahr 2018 also für alle, die jetzt schon das kommende Weihnachtsfest vor Augen haben. Die Digitalisierung schreitet in der Postlogistik, insbesondere aber bei den Paketdiensten mit riesigen Schritten voran – und wer da nicht dranbleibt und bestenfalls einer eigenen digitalen Strategie folgt, wird sehr schnell und eklatant an Kundschaft, Marktposition und letzten Endes Umsatz verlieren.

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