Private Postdienstleister – starke Regionale Partner der Deutschen Post (DPDHL)

München,

Die Liberalisierung des Postmarktes im Jahr 2007 verfolgte den Zweck, die Leistungsfähigkeit des Postdienstes und die Leistungen der Produkte Brief, Warensendung und Paket zu erhalten und zu verbessern. Alternative Private Postdienstleister, zumeist unterstützt durch große Zeitungsverlage und Medienhäuser, arbeiten seit gut 10 Jahren daran, ein alternatives Netz für die Postdienstleistungen zu entwickeln. Die Netze des Quasi-Monopolisten DP DHL AG werden so regional und lokal um eine starke Alternative ergänzt. Geschäfts- und Privatkunden können vom privaten Postdienstleister vor Ort einen deutlich persönlicheren Service erwarten – ein nicht zu unterschätzender Mehrwert.

Die Außenwahrnehmung der Post-Branche leidet jedoch weiterhin unter der Monopolstellung der „Gelben“. Die Deutsche Post, im Paketsektor vertreten durch die Tochter DHL, transportiert alles – so die falsche Wahrnehmung im Markt - die privaten Postdienstleister sammeln das Ganze nur ein. Oder um es aus der aktuellen Berichterstattung zu zitieren: Sie sammeln bei Firmen Sendungen ein, geben sie an die Post weiter und kassieren dafür Provisionen, die bis zu 44 Prozent des Portos betragen. (Bayrischer Rundfunk, 19.11.2017).

Die einzige Dienstleistung ist also das Einsammeln von Briefen für die Post – stimmt das?

Was tun private Postdienstleister?

Beinahe alle privaten Postdienstleister agieren nach einem ähnlichen Prinzip. Mit eigenen Einholungs- und Zustellnetzen arbeiten sie für eine persönliche und hoch effiziente Postbeförderung. Verschiedene Punkte, machen eine genaueren Betrachtung notwendig. Private Postdienstleister sind Unternehmen, die im eigenen Zustellgebiet, welches nach Postleitzahlen definiert ist, einen eigenen Stamm an Mitarbeitern vor Ort haben. Die Zusteller der Alternativen Briefdienste und Paketunternehmen holen Sendungen bei den Geschäftskunden ab und stellen diese Postsendung zu. Also: keine Übergabe an die Post – warum auch?! Grundlage für diese durchaus weitreichenden regionalen Netzwerke liefern die Verlage, die zumeist hinter den Postdienstleistern stehen. Deren Zeitungszustellnetze sind zumeist der Anfang von regionalen Postdienstleistungsangeboten.

Ein weiterer Punkt, warum die private Post nicht gleich einem Erfüllungsgehilfen der Deutschen Post ist, liegt in der brancheninternen Vernetzung. Mit unternehmensübergreifenden Netzen, wie etwa der P2-die zweite Post oder der Mail-Alliance sowie kooperativen Verbindungen untereinander haben sich die privaten Postdienstleister zusätzliche Möglichkeiten der Zustellung geschaffen. Die Deutsche Post tritt in diesen Fällen nur noch im Ausnahmefall als Carrier in Erscheinung.

Portfolio der privaten Post

Auch in puncto Leistungsfähigkeit und Sendungsportfolio hat sich einiges getan in den letzten zehn Jahren. Mit vielen Millionen selbstzugestellten Briefen und mehreren Millionen Paketen und Warensendung schneiden sich die privaten Postdienstleister Jahr für Jahr ein größeres Stück vom „Postkuchen“ ab.

Produktangebote (Anteil bei den größeren regionalen Postdienstleistern)

  • Briefsendungen (100%)
  • Einschreiben (57%)
  • Pakete (68%)
  • Warensendung (45%)
  • Andere Postleistungen (37%)

Die Zahlen sind Schätzwerte aus den Angeboten der privaten Postdienstleister Anfang 2017. Zu diesem Zeitpunkt hat unsere Redaktion eine weitreichende Recherche über die Branche und deren größeren Player jenseits der Paketdienstleister DHL, DPD, GLS, UPS und Hermes durchgeführt. Die knapp 400 privaten Postdienstleister wurden dabei in rund 100 mittlere bis größere regionale Dienstleister und 300 kleinere Dienste unterteilt.

Abgesehen von den vielfältigen Leistungen im Bereich Postsendungen stehen die privaten Postdienstleister auch beim Service auf einem Level mit der DP DHL AG. Anbieter, wie PostModern, Nordkurier, MZZ, LVZ oder CITIPOST und Mainversand (nur exemplarische Aufzählung) haben eigene Briefkästen und ein gut ausgebautes Netz aus Servicestationen.

Erfüllungsgehilfe oder wertvolle Wettbewerbsergänzung?

Diese Frage kann grundsätzlich jeder für sich selbst beantworten. Gerade im Bereich Brief ist der Anteil von durch die Deutsche Post zugestellten Sendungen immer noch sehr groß. Er nimmt jedoch, nicht nur bedingt durch den Rückgang dieser Sendungsart, von Jahr zu Jahr ab. Je einfacher und strukturierter die Zusammenarbeit in den Netzwerken der privaten Postdienstleister wird, desto weniger wird die Deutsche Post involviert. Gleiches gilt auch für die Paketlieferung – dort wird die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen noch deutlicher und schneller vorangetrieben. Von einheitlichen Versandlabeln bis hin zu gebündelten Auslandsversand-Möglichkeiten arbeitet hier die Branche mit Hochdruck an innovativen und umsatzversprechenden Zukunftslösungen. Die Sendungsmengen im Bereich Paket und Päckchen werden in den nächsten Jahren nach Schätzungen des Lobbyverbandes der großen Paketdienste BIEK in den nächsten drei bis vier Jahren um rund 30 Prozent steigen.

Ohne ein funktionierendes Netzwerk privater Postdienstleister in den Regionen ist das Wachstum im Sendungsmarkt nicht zu handhaben – auch nicht für den Marktführer DP DHL AG.

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