Post wird Vollversorger - meine Landpost im Test

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Der Kampf um Marktanteile brennt derzeit in den urbanen Ballungsgebieten. Abseits davon in den Landkreisen wird dagegen mehr und mehr Service und Angebot zurückgeschraubt. In den Dörfern gibt es selten noch Läden und Banken - alles konzentriert sich auf die Kreisstädte und Regionalzentren. Die Deutsche Post will hier nun mehr Angebot dagegensetzen. In einem Pilotprojekt testet der Marktführer in puncto Brief und Paket derzeit die Möglichkeiten der Zulieferung von Lebensmitteln und Geld über den Briefträger. Dabei werden die Postboten somit zu einer zentralen Instituion - Post, Geld und Nahrung aus einer Hand. In mehreren Landkreisen südlich von Hof in Bayern und in der Nähe von Mannheim in Baden-Württemberg läuft der Test bis Ende November 2018.

Was ist "Meine Landpost"?

Nach den Informationen der Deutschen Post gibt es drei Schwerpunkte für die Testphase. Der Postservice wird ausgeweitet, ein mobiler Supermarkt kommt dazu genauso wie ein mobiler Bargeld-Service. Damit würde die Deutsche Post an die Stelle von den schwindenden Einkaufs- und Servicemöglichkeiten auf dem Lande treten - ein interessanter Schritt in Richtung "Full-Service".


 

Mobiler Postservice

Die Post erweitert ihren bisherigen Service, der ja nur die Zustellung umfasst um weitere Serviceleistungen, wie etwa:
  • Briefannahme
  • Einschreiben- und Paketannahme
  • Verkauf von Brief- und Paketmarken
  • Verkauf von Briefmaterialien
  • Angebot von zusätzlichen Leistungen (PRIO Brief etc.)

Mobiler Geldservice

Die Post bringt nun nicht mehr nur Geld via Brief oder Postanweisung, sondern fungiert wie eine Geldauszahlungsstelle - aber nur in Verbindung mit einem "Einkauf" (ähnlich wie dies beispielsweise bei Aldi schon jahrelang möglich ist):
  • Auszahlung bis zu 200 € pro Tag am Service-Mobil
  • Voraussetzung: mind. Einkaufswert 20

Mobiler Supermarkt

Die Post bietet ein übersichtliches Sortiment an Waren des täglichen Bedarfs - hier gibt es die derzeitige Übersicht (Sept. 2018) - die dann durch das Verkaufsmobil direkt zum Besteller gebracht wird:
  • Lebensmittel
  • Waren des täglichen Bedarfs
  • Annahme für Bestellungen auch turnusmäßig

Bestellt werden kann übrigens über mehrere Kanäle. Telefonisch steht den Kunden ein zeitlich begrenzter Korridor zur Verfügung - dieser entspricht den normalen Ladenöffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr. Hinzu kommen eine App-gestützte Bestellmöglichkeit und ein "Buzzer". Dieser Buzzer ist wohl das einzigartigste Vehikel beim neuen Projekt. Über das Hilfsmittel kann die Auftragsbereitschaft via Funktelefonverbindung bekundet werden - ein Knopfdruck und die Servicemitarbeiter rufen den jeweiligen Kunden zurück und nehmen die Bestellungen und Aufträge entgegen.

Wo liegen die Vorteile von "Meine Landpost"

Ganz klar ist hier die Verankerung in einem derzeit nicht umkämpften Markt. Im urbanen Raum geben sich neue Angebote quasi die Klinke in die Hand. Auf dem Lande dagegen geht es nicht nur gemächlicher, sondern servicetechnisch gesehen eher in Richtung weniger. Das Pilotprojekt "Meine Landpost" könnte hier durchaus ein gewinnbringender Vorstoß für die Zukunft sein - und er ist definitv positive Publicity nach dem Chaos der letzten Monate, insbesondere bei der Konzerntochter DHL. Es wird spannend sein zu sehen, ob und wie die Deutsche Post mit ihrer "Landflucht" vorankommt und ob das Pilotprojekt räumlich und zeitlich erweitert werden wird.

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