Paket-Drohne am Fahrzeug - UPS-Feldversuch

Zustellung & neue Technik, München,

Die Carrier DPD, DHL und Amazon testen in Europa ja schon fröhlich vor sich hin. Da will der US-Riese UPS nicht hinten anstehen. Die Paketdienstler in den Staaten haben ein hybrides Zustellfahrzeug in einen Feldversuch gezogen – der normale UPS-Transporter wurde mit einer autark navigierenden und beliebig zurückkehrenden Drohne verbunden. Zielrichtung laut Unternehmen ist die Verringerung der Routenlängen im ländlichen Raum. Dort soll, so der Plan, die Drohne eine abseits gelegene Adresse selbständig und schnell ansteuern und die Sendung ausliefern, während der Zusteller mit seinem Fahrzeug auf seiner normalen Route weiterfährt.

UPS startet mit Drohnen-Zustellfahrzeug von Workhorse

Klingt beinahe zu schön, um zu funktionieren, doch UPS arbeitet mit einem der führenden Hersteller dieser Kombi-Lösungen zusammen. Workhouse stellt schon Teile der Flotte verschiedener Postdienstleister in der USA – darunter E-Mobile, PickUp-Varianten und eben Drohnen. Entsprechend naheliegend ist die Kombination von Fahrzeug und Drohne unter einem Dach.

Die Ziele sind dabei unterschiedlicher Natur. Naturgemäß wird zuallererst die Zustellgeschwindigkeit erhöht, da ein Fahrer nicht mehr jedes Ziel ansteuert, sondern die zeitaufwändigsten durch die autarke Drohne ausrollen lässt. Ein weiterer Vorteil – der Fahrer kann während der Zustellfahrt eigenständig über den Drohneneinsatz entscheiden, was neben der Flexibilität auch den individuellen Kundenservice hochhält, auf den UPS Wert legt. Nicht zuletzt die Entlastung der Zusteller und die Verkürzung der Routen sind nicht von der Hand zu weisende Vorteile.

(Quelle: UPS - https://pressroom.ups.com)

Eckdaten der integrierten Drohne

Plus Autark und GPS-gesteuert
Plus Auslieferungsgeschwindigkeit 80 km/h
Plus Max. Flugzeit (unbeladen) 30 min
Plus Traglast 4,5 kg
Plus Kommunikation Drohne-Fahrzeug über LTE oder Funk

 

Minus Start & Landung muss bei stehendem Lieferfahrzeug stattfinden
Minus Wetterbedingte Einflüsse sind noch nicht geklärt (Sturm, Regen, Schnee, Nebel)

 

Das Einsparungspotential liegt laut UPS-Vizechef Mark Wallace bei 50 Millionen US-Dollar jährlich. Ob diese neue Kombination wirklich so gut ankommt bei den Zustellern und den Kunden, wird wohl aber erst der nun anlaufende Test zeigen. Kleinere Pannen gab es schon bei der Presse-Vorstellung – die Drohne verpasst die Landezone auf dem Dach des Zustellfahrzeuges und ging zu Bruch. Da scheint also noch einige Abstimmungsarbeit von Nöten.

Zusätzlichen Materialschwund vermuten übrigens eigene Mitarbeiter von UPS auf einem anderen Sektor – wie in einem später gelöschten Blogbeitrag zu lesen war, kann es in den Südstaaten durchaus dazu kommen, dass Drohnen durch Abschuss fluguntauglich werden könnten. Waffenbesitz und Grundbesitzverteidigung sind hochgehaltene Güter in Amerika. In Europa scheint diese Ausfallursache aber eher als Seltenheit gelten zu können.

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