Klimafreundliches Paket - Zahlt Endverbraucher dafür?

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Verschiedene grüne Postlogistik-Siegel

Die Themen Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit werden beim Paketversand immer wichtiger - für Logistikdienstleister und Endverbraucher! Das zumindest gibt es überall zu hören und zu lesen. Doch stimmt das auch? Sind die deutschen Endverbraucher wirklich bereit, die zusätzlichen Kosten für eine umweltfreundlichere Logistik zumindest teilweise zu zahlen? Die Otto-Group, zweigrößter deutscher Onlinehändler und Konzernmutter von Hermes, wollte es genauer wissen - und hat eine Umfrage in Auftrag gegeben.

Endverbraucher als Zünglein an der (Entscheidungs-)Waage

Das Ergebnis überrascht und zwar in mehrerlei Hinsicht. Festzuhalten bleibt, dass mehr als 41 Prozent etwas für die Umwelt auch bei der eigenen Paketlieferung tun würden. Das Geldinvestment wurde in dieser Gruppe ungefähr bei 2,20 Euro verortet. Eine derart hohe Zahl von Zustimmenden überrascht, da bei älteren Umfragen nur gut jeder Fünfte etwas in grüne Postlogistik investieren wollte.

Die gleichfalls hohe Rate von 43 Prozent Ablehnung zeigt derweil, wie stark polarisierend das Thema ist. Die Frage, warum gerade der Käufer für die Umweltverträglichkeit der Zusendung aufkommen soll, scheint so oder so nur zu ungunsten des Verbrauchers auszugehen. Entweder er zahlt oder er steht moralisch im Abseits, weil er für die Zukunft der Welt nichts zu bezahlen gedenkt.

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Knapp die Hälfte der Befragten würde 2,20 Euro bezahlen

Die "Ich-will-nichts-zahlen"-Einstellung spiegelt einen in letzter Zeit immer deutlicher werdenden Trend wider. "Versand ist kostenlos!" prangt beinahe an jedem Onlineshop, der etwas auf sich hält. Dadurch wird aber auch die Leistung des Paketdienstleisters auf eine niedrige Stufe gestellt - was nun beileibe nicht der Wahrheit entspricht. Aber warum sollte der Endverbraucher dann für ein "grünes Paket" 2,20 Euro zahlen?

Da greift der Begründungsversuch zu kurz, dass die urbanen Gebiete so verschmutzt sind und der Besteller eines Paketes auch dessen Umweltverträglichkeit in der Zustellung zu bezahlen hat. Hier muss auch der Versender, der der eigentliche Verursacher der Leistung durch seine Verkaufsgebote ist, herangezogen werden. Marketingtechnisch hätte das sogar noch einen Vorteil für den Onlineshop-Betreiber: Grün als Werbebotschaft.

Versender & Empfänger in der Pflicht

Auf alle Fälle zeigt die zumindest teilweise Bereitschaft einer Finanzierung des Umstieges auf E-Mobile und klimaneutrale Produkte, dass die Postlogistik-Branche auf dem richtigen Weg ist. DHL und Hermes arbeiten hier an vorderster Front. So wird Hermes Germany bis 2020 einen Großteil der urbanen Transporter durch elektrisch motorisierte Fahrzeuge ersetzt haben. Die DHL bringt mit dem Streetscooter sogar eine eigene E-Mobile-Serie heraus.

Doch auch die private Post bleibt nicht tatenlos. Mit dem zunehmenden Einsatz von Lastenfahrrädern, E-Bikes und E-Mobilen, wie dem Paxster, nimmt auch hier die umweltverträgliche Zustellung auf der letzten Meile konkrete Formen an - in Zukunft vielleicht auch mit eigenen Produktlabels wie bei den Big-Playern.

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