Impressionen von der transport logistic 2017 in München

Messen & Kongresse - München,

Eine der größten Logistikmessen der Welt, die transport logistic, läuft derzeit in München. Im Jahr 2017 dreht sich das Themenkarussell noch rasanter als gewohnt. Zentraler Aspekt ist nicht mehr die Frage, das eigene Logistikunternehmen in das digitale Zeitalter zu heben sondern vielmehr das konsequente Ausloten von Potentialen. Und hier treiben die verschiedensten Teilbereiche immer breiter Angebote vor sich her.

In der Lagerlogistik scheint es ohne künstliche Intelligenz, Echtzeit-Interfaces über Datenbrillen und selbstlernende Regaloptimierung gar nicht mehr zu gehen. Bei den Zustellfahrzeugen werden verschiedenste Nachweis- und Zustandssysteme vom Werk ab integriert. Die Fahrer bekommen dynamische Routenvorgaben, um die Auslastung des eigenen Frachtraumes zu maximieren. Der Elektroantrieb gehört quasi zum Standard-Portfolio und auch die neuen Technologien der Roboter, Drohnen und selbstfahrender Vehikel prägen vielerorts die Messestände und Angebotsregale.

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Integrative Digitalstrategie - ein selten gebrauchtes Wort (leider!)

Nach Gesprächen mit einigen Messebesuchern zeigt sich jedoch ein durchaus ambivalentes Bild. Denn viele Logistikunternehmen der kleinen und mittleren Größe, zu denen auch die Postlogistiker jenseits von DHL, DPD, Hermes, UPS und GLS zählen, stehen noch am Anfang einer integrativen Digitalstrategie. Die angebotenen Neuheiten und Evolutionsstufen wiederum sind selten als ganzheitlich integrierbar angelegt. Das Lagersystem gibt zwar Schnittstellen frei, kann aber nicht mit dem Routenpiloten kommunizieren und schon gar nicht mit dem Kundenservice. Genau das ist aber leider Status Quo der Post- und Paketdienste.

Mit mehr als vier Softwarestrukturen arbeitet ein Großteil der Unternehmen in der KEP-Branche. Für die Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen werden teure Sonderlösungen in Auftrag gegeben, die den Informationsfluss irgendwie erhalten, oder es wird überhaupt nicht zwischen den Systemen abgeglichen. Ein Manko, dass auch hier bei transport logistic 2017 auf der Agenda zu erwarten gewesen wäre - aber leider Fehlanzeige.

Viel Eigenwerbung - wenig Innovation bei den Vorträgen

Natürlich beschäftigen sich viele der Vorträge mit der Zukunft der Innenstadtlogistik – aber beispielsweise die von der Bundesinteressenverband der Express- und Kurierdienste, kurz BIEK, organisierte Vortragsreihe zum Thema „Last Mile“ lässt dieses Thema aus. Ein Blick auf Referenten und die allgemeine Zielrichtung der meisten Präsentationen lässt den Schluss zu, dass niemand mit den regionalen Postunternehmen und den Verlagslogistikern in diesem Bereich rechnet. Ein Fehler, wenn die zunehmenden Leistungen der privaten Post sind ansehnlich, und auch ein gewisser Zündstoff für die Zukunft.

Bombenalarm in der Eingangshalle - zum Glück ein Irrtum

Glücklicherweise hat sich eine Randerscheinung als weniger explosiv herausgestellt. Nach der Teilräumung der Messe wegen Bombenverdachtes stellte sich der suspekte Gegenstand als harmloser Koffer heraus – Entwarnung also. Glücklicherweise funktioniert hier die Zustellung der Informationen anders als im logistischen Alltag hervorragend, wie unser Team, dass von dieser Räumung betroffen war, bestätigen kann.

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