Alternative Zustellung - der Amazon Locker

Postmarkt - München,

Paketstation-Amazon-Locker-Standorte-Deutschland

Die Zustellung bei Abwesenheit - ein Thema, bei dem eigentlich nur die DHL mit Servicepoints, Packstationen und Postfilialen echte Alternativen anbietet. Gerade das Thema Paketstation, Paketkasten oder Paketsack sind aber heiß diskutierte Bereich für die KEP-Unternehmen – bei den Großen und bei den Kleinen. Nun kommt, wie schon seit Monaten angekündigt, eine Offensive von einem eigentlichen Großkunden, der derzeit kräftig an der eigenen (Post-)Logistiksparte bastelt, Amazon.

Onlinehändler löst Zustellhindernis durch eigene Paketstation

Der E-Commerce-Riese hat nach einigen Feldversuchen nun großangelegt mit dem Aufstellen von Paketstationen, den sogenannten Amazon Locker, begonnen. Derzeit sind verschiedene Ballungszentren, wie Berlin, Hamburg, München oder das Ruhrgebiet im Zentrum der Investitionen, aber nach Unternehmensangaben sollen noch in diesem Jahre weitere zu den bisher 180 Stationen hinzukommen.

Dabei setzt Amazon auf ein simples Prinzip – Konzentration an einem zugänglichen Ort. Viele der Amazon Locker sind an Tankstellen oder bei Spät-Einkaufsgeschäften installiert. Dadurch erreicht der Internetriese mit dem Zustellangebot gerade den Teil der Kundschaft, der eben nicht den ganzen Tag zu Hause ist, um ein Paket entgegenzunehmen.

Amazon Locker - gut aber nicht grenzenlos

Nach Angaben von Amazon sind die Sendungen aber eingeschränkt. Die Kantenmaße dürfen auf der längsten Seite 42 Zentimeter nicht übersteigen und müssen weniger als 4,5 Kilogramm wiegen. Das System ist zudem geschlossen – andere Carrier als Amazon selbst dürfen keine Sendungen hinterlegen.

Ablauf – Hinterlegung im Amazon Locker

  • Bestellung eines Artikels & Suche nach Abholstationen über eigene Adresse
  • Standard- und Premiumversand möglich
  • Nach Hinterlegung Informations-E-Mail an Besteller mit Abholcode & Standortinformation
  • Abholcode-Eingabe oder Barcode-Einlesen am Display des Locker
  • Abholzeit: drei Werktage – danach Retoure gegen volle Rückerstattung
Paketstation-Amazon-Locker

Was bedeutet das für KEP-Dienste?

Für alle Kurierdienste, die für Amazon selbst tätig sind, dürfte das eine erhebliche Erleichterung darstellen, da dadurch die eigenen Routen eine gewisse Entspannung erfahren dürften. Für den Rest der Postdienstleister bedeutet es vor allem eines – Druck! Amazon wildert schon seit einigen Jahren immer mehr im Postlogistik-Bereich und hat nun, auch dank der hervorragenden finanziellen Hintergründe im Unternehmen, die Mittel, um sich eines der aktuellsten Themen in der Paketzustellung anzunehmen und zu zeigen, wie eine Konfrontation mit dem Quasi-Monopolisten DHL AG erfolgreich funktionieren kann.

Mit bisher 1.300 Locker-Stationen weltweit ist das Netzwerk noch sehr löchrig. Jedoch sollte sich auch und gerade die private Post fragen, ob es nicht Sinn ergibt, ebenfalls in diesem Bereich gemeinschaftlich tätig zu werden. Die Angebote sind vielfältig, vom Paksafe Paketsack bis hin zur Paket-In-Lösung oder die Renz-Box. Die Angebote und die Lösungen werden immer vielfältiger. Vorbedingung ist natürlich die digitale Abbildung des Paketes im eigenen Unternehmensablauf - und da sind erst einige der größeren, regionalen Anbieter auf einem guten Weg...

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