Sieben Fragen: iKEP 2017 - Rising Star?

Rückblick auf die iKEP 2017 in Berlin

Der Branchentreff iKEP/kep-together ist am vergangenen Wochenende der Treff für Interessierte, Entscheider und Aussteller für die Kuriere, Express- und Paketdienste gewesen. Im Westen, genauer auf der alten Industrieinsel Eiswerder in Berlin-Spandau haben sich Fachleute aus ganz Deutschland zu einem interessanten und sehr spannenden Meinungsaustausch getroffen. Moderator der Vortragsreihe war Andreas Krüger, Geschäftsführer der Stadtentwickler der Belius GmbH. Zum Branchentreff, dessen Themen und der Zukunft der KEP-Dienste haben wir unsere „sieben Fragen“ gestellt:

Andreas Krüger - Moderator der iKEP 2017

Die diesjährige iKEP/kep-together – ein Branchentreff mit Besucherpotential in den kommenden Jahren. Ist das die passende Überschrift über die Veranstaltung 2017?

Es ist definitiv ein Branchentreff. Auch in den Führungsetagen der größeren Logistik-Unternehmen hat sich die Auffassung durchgesetzt, das Ohr mehr am Markt und an den Nutzern zu haben. In diesem Fall sind die Nutzer der Logistikleistungen die kleineren und kleinen Kuriere und Logistikunternehmer. Ein Schlagwort ist und bleibt hier natürlich neben den technischen Bedürfnissen der KEP-Branche auch der Fachkräftemangel. Wir haben hier gar nicht genug Leute, die die Arbeit machen.Wir müssen also den Beruf des Kuriers oder Zustellers einfach „more sexy“ gestalten.

Und noch ein Wort zu den Besucherzahlen – die Fahrer und Zusteller sind eben auf der Straße und nicht in großen Scharen hier. Das zeigt vor allem, dass die Branche boomt. Die Anwesenden haben sich extra freigeschaufelt und vertreten nicht selten das mittlere und obere Management! Das zeigt, dass das Interesse da ist, man schaue nur mal auf die Nummernschilder auf dem Parkplatz. Aus dem ganzen Land haben die Interessenten den Weg nach Berlin gefunden – eine hervorragende Aussicht für die Zukunft!

In Person des Moderators agieren Sie nun schon zum wiederholten Male. Wie zufrieden sind Sie mit der Veranstaltung auf der Havelinsel Eiswerder in diesem Jahr von Ihrem Standpunkt aus?

Interessant ist das, dass die Pause letztes Jahr der Messe sehr gut getan hat. Dieser Zwei-Jahres-Turnus wäre aus meiner Sicht sehr förderlich, wenn er so weiter geht. Ich spüre hier auf der Messe, auch an diesem neuen Veranstaltungsort, dass das Ausstellerwesen, die Art und Weise, wie präsentiert wird, welche Themen adressiert werden, und vor allem die Möglichkeiten des Rückzug, um untereinander ins Gespräch zu kommen. Das ist alles sehr gelungen!

Was hat Sie eher überrascht auf der iKEP/kep-together 2017?

Die Stimmung war überraschend gut und harmonisch. Wie ich im Vorfeld gehört habe, schwelen sehr, sehr viele Konflikte in der Branche. Der Wettbewerb ist sehr stark und zudem wartet eine Menge Herausforderungen auf die Unternehmen – da hatte ich befürchtet, dass es eher ein Gegeneinander, auch bei den Vorträgen und Diskussionen, gäbe. Aber genau diese Konflikte haben sich gewandelt in einen hervorragenden Dialog. Sehr oft zu hören waren: „Lasst es uns anpacken!“ oder „Im Austausch sollten wir Lösungen finden, am Besten gemeinsam!“

Freitags gab es eher Themen für die mittleren bis großen KEP-Unternehmen, am Samstag viele Vorträge für Arbeitnehmer-Entwicklungen und Zustellerprobleme. Wie gelungen ist diese Verbindung der Großen und Kleinen?

Beide sind miteinander unabdingbar verbunden, die Kleinen können nicht ohne die Großen. Und die Kleinen bedienen die Größeren – auch über die neuen Kanäle, wie etwa die Onlineplattformen und Portale.  Ich glaube, dass die einzelnen Kurierfahrer und Zusteller die eigentliche Knochenarbeit leisten, aber zunehmend von der Innovationskraft der größeren Unternehmen partizipieren. Mit neuer Software und deutlich höherer Finanzkraft werden sich da in Zukunft noch bessere Synergien ergeben. Deswegen finde ich diesen Zweiklang der Zielgruppen bei diesem KEP-Branchentreff sehr gut und er muss auch in Zukunft weiter intensiviert werden.

Welche Aussteller bzw. welche Produkte haben Sie im Messenbereich „vom Hocker gerissen“?

Die Bandbreite der Fahrzeugmodelle ist sehr überraschend. Große Hersteller mit CNG, Prozesslösungen für Fahrzeugnutzungen – sehr stark an die Bedürfnisse der einzelnen Kuriere und Zusteller angelehnt. Das ist schon toll. Aber auch die softwareseitigen Entwicklungen, insbesondere das planende Begleiten und genaue Tracken von Postsendungen und Fahrzeugen, dynamische Tourenplanungen, zählen für mich zu den Highlights auf Seiten der Aussteller.

Ein Ausblick – wo sehen Sie die größten Potentiale für die Zukunft der iKEP?

Ich hab große Hoffnungen, dass sich in puncto Softwarelösungen und Onlineplattformen auch in Zukunft eine Menge tun wird. Und außerdem denke ich, dass die iKEP als Anlass genommen werden kann, um weiterführend miteinander zu kommunizieren und gemeinsam nach integrativen Lösungen zu suchen. Vieles läuft derzeit noch nebeneinander ohne direkte Interaktion – das kann, das wird sich zukünftig ändern, gerade wenn die Digitalisierung auch in den kleineren Unternehmen endgültig Einzug hält.

Was nehmen Sie persönlich für Ihr Unternehmen, die Belius GmbH, mit von diesem Branchentreff?

Ich bin immer einer, der sich hyperlokal interessiert und engagiert. Das hab ich hier – Leute, die wirklich vor Ort die Dinge tun. Unser Kernbereich, in dem ich mich mit der Belius GmbH bewege, ist Stadt- und Quartiersentwicklung. Dabei ist für uns das Thema Mobilität einer der Hauptschwerpunkte neben Energie, Arbeiten und Wohnen. Das perfekte Ineinandergreifen dieser Bereiche wird in Zukunft noch viel mehr über die Beliebtheit bestimmter Stadtgebieten entscheiden. Wir sind sowohl national als auch international vertreten und freuen uns deshalb sehr, wenn wir gerade auf einem wichtigen Branchentreff wie der iKEP Kontakte intensivieren oder neu knüpfen können. Ich bin unheimlich gespannt auf die Weiterentwicklung der inhaltlichen Themen in den kommenden Jahren!

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Über Andreas Krüger

Jahrgang 1965 – Geschäftsführer der Belius GmbH. Das Unternehmen engagiert sich in den Bereichen der Stadtentwicklung, Kreativwirtschaft und neuer Arbeitsformen. Sein Team unterstützt Unternehmen, Gründer, Kreative, Kulturschaffende und Investoren bei der Projekt- und Stadtraumentwicklung. Hauptziel: gemeinwesenverträgliche Quartiere von Menschen für Menschen. Andreas Krüger moderierte bereits die iKEP | KEP-together 2015 im Berliner Postbahnhof und die iKEP | KEP-together 2014 im Energieforum Berlin.